Keine Kriminalisierung des Kampfs gegen die Werksschließung

Kundgebung Landesvertretung NRWNach wie vor sehen sich die belgischen FordarbeiterInnen, die im November 2012 gegen die Schließung ihres Werkes in Köln auf die Straße gingen, mit Strafverfahren konfrontiert. Bundesweit solidarisieren sich linke und gewerkschaftliche Gruppen mit den KollegInnen. Gaby Colebunders, Arbeiter und Gewerkschaftsvertrauensman bei Ford Genk, hat nun eine Erklärung verfasst, die wir im folgenden dokumentieren.

Am 7. November 2012 sind wir mit etwas 200 Arbeitern von Ford Genk nach Ford Köln gefahren, um bei der Sitzung des Europäischen Betriebsrats gegen die Schließung von Ford Genk zu protestieren. Diese Aktion war organisiert durch die Gewerkschaften.

Daraufhin hat Ford Köln die Polizei gerufen, einen Großeinsatz ausgelöst und alle Tore verschlossen, um eine Verbindung zwischen uns Arbeitern zu verhindern. Die Protestierenden wurden von Polizei in Kampfmontur eingekesselt und von 178 Kollegen wurden zwangsweise die Personalien festgestellt. Ich selbst bin einen Nacht ins Gefängnis eingesperrt gewesen.

In Dezember 2013 hat die Kölner Staatsanwaltschaft 13 Kolleg*innen Strafbefehle wegen „schwerem Landfriedensbruch“ zugeschickt; in 12 Fällen hohe Geldstrafen und in einem Fall sogar Haftstrafe von 10 Monaten auf Bewährung.

Der Protest dagegen wurde sofort organisiert. Ein “Solidaritätskries 7. November” in Köln hat uns dabei viel Hilfe gegeben. Zuerst sollte im Februar ein Gerichtstermin sein. Da durch unsere Reaktion und mit die Hilfe des Solikreises ist die Sache in die Presse gekommen ist, hat das Gericht sich zurück gezogen.

Sogar auf ARD wird unsere Aktion von 7 November 2012 erklärt als eine Aktion, die ganz normal ist in Belgien.

Bestraft werden sollen ich und meine Kollegen – gemeint sind wir alle.

Das wahre Verbrechen ist die Werksschließung und die Vernichtung von Arbeitsplätzen. Und wir lassen uns nicht vorschreiben, wie wir um unsere Arbeitsplätze zu kämpfen haben. Die Aktion am 7.11.2012 in Köln war ein wichtiges Signal, wie wir uns international gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlage wehren können.

Wir fordern den Freispruch aller Beschuldigten.

Wenn es zu einem hochbrisanten politische Prozess kommen sollte, rufen wir an für Ihre Unterstützung.

– Gaby Colebunders, Arbeiter und Gewerkschaftsvertrauensman Ford Genk Willem De Witte, PVDA Belgien –

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