Klinikum Ludwigsburg: Solidarität mit Betriebsrätin

Am 11.12. versammelten sich ca. 30 Menschen vor dem Landratsamt Ludwigsburg, um gegen die fristlose Kündigung einer Betriebsrätin des Klinikums zu protestieren. Dabei verteilten die solidarischen Kolleg/innen, Gewerkschafter/innen und Mitglieder der Initiative Klassenkampf und der katholischen Betriebsseelsorge Flyer über die Misstände am Klinikum Ludwigsburg, die Kündigung einer engagierten Betriebsrätin und die Versetzung und Mehrbelastung der Reinigungskräfte, an die eintreffenden Mitglieder der stattfindenden Kreistagssitzung.

Beim Besuch der Kreistagssitzung wurde dann auch schnell klar, dass von der Politik kaum Unterstützung zu erwarten ist. Obwohl alle Fraktionen, die sich zum Thema Krankenhaus äußerten,feststellten, dass 2016 soviel Geld wie seit langem nich mehr in diese investiert weden kann wurde die ständige Überbelastung des Personals kaum erwähnt. Auch als Prof. Dr. Martin, Geschäftsführer des Klinikum Ludwigsburg, sich für seinen Vortrag von seinem Ehrenplatz direkt beim Landrat erhob stellte er zwar eine Vielzahl von kostspieligen Investitionen fürs nächste Jahr vor, wie z.B. Ein Adipositaszentrum oder ein Simulationszentrum erwähnte die prekäre Situation des Pflege- und Reinigungspersonals aber nicht sondern betonte die Dringlichkeit von Führungskräftenachwuchs.

Allgemein regte man sich über Verdi und die betroffene Betreibsrätin, die sich aktiv und entschlossen gegen die Missstände in der Pflege wehrt, auf und äußerte vollstes Vertrauen in die Geschäftsführung. Dabei kam der Vorwurf auf man würde Einzelfälle bewusst in der Öffentlichkeit aufblasen und rufschädigende Kampangen inszenieren. Interne Probleme müssen auch intern, in Abstimmung mit dem Betriebsrat, gelöst werden, was nach Aussage von Prof. Dr. Martin auch „gar nicht so schlecht“ funktioniert.
Nur die FDP und Die Linke äußerten überhaupt Kritik. Die FDP sah zumindestens ein, dass die Arbeitssituation für alle schwierig ist und thematisierte den Pflegenotstand. Die Linke griff die Geschäftsführung heftig an und betonte, dass die Kolleg/innen mit ihren Problemen an die Öffentlichkeit gehen, wenn sie zu groß für eine interne Lösung sind und nicht um Kampangen zu fahren. Sie sah es auch als Aufgabe der Politik Lösungen zu finden, da der Kreisrat die Politik der Geschäftsführung vorgibt. Hervorgehoben wude auch, dass Systemprobleme hier nicht auf einzelne Heruntergebrochen werden dürfen. Die Unterbesetzung und Überlastung des Pflegepersonals ist ein allgemeines Problem dem durch die Politik entgegen gewirkt werden muss.
Abschließend bleibt zu sagen, dass im Kreistag wenig Interesse an der unhaltbaren Situation der Beschäftigten am Klinikum Ludwigsburg herrscht. Auch die betroffene Kollegin wird sich weiter auf die Gewerkschaft und solidarische Menschen verlassen müssen. Wir wünschen Ihr viel Erfolg beim anstehenden Prozess gegen Ihre Kündigung und werden Sie natürlich weiter untersützen.
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